No Water, No Moon

Als die Nonne Chiyono Zen bei Bukko of Engaku studierte, war sie eine lange Zeit über nicht in der Lage, die Früchte der Meditation zu ernten. Schließlich holte sie während einer mondhellen Nacht in einem alten Eimer Wasser, der mit Bambus zusammengebunden war. Dieser Bambus brach, der Boden fiel heraus, und in diesem Moment war die Nonne erleuchtet! Im Gedenken an diesen Moment, schrieb sie ein Gedicht:*

Auf die eine oder andere Weise habe ich den alten Eimer zu retten versucht
seit dem die Bambusstreifen aufweichten und zu brechen drohten
so dass schließlich der Boden herausfiel.
Kein Wasser!
Kein Mond!

Die traditionalle Interpretation sagt, der Mond benötige das Wasser als Spiegel, das Wasser sei eine Metapher für unseren Geist und der Eimer eine Metapher für unser Ego. Nur folgen koans nicht klassisich geschulten Lesarten. Wo bleibt dabei nämlich die Nonne?



Jôshû's Hund

Ein Mönch fragte Jôshû in allem Ernst: "Hat ein Hund Buddhanatur oder nicht?" Joshu sagte: "MU!"*

Dieses Koan zu lösen, - sagt man - bedeute, die eigentliche Bedeutung von 無 (= mu) zu ermitteln. MU bedeutet aber schlicht nicht oder kein, jedoch nicht nein. Es ist ein Negationspartikel, das nicht als Einwortsatz erscheinen kann. Eine gute deutsche Übersetzung wäre z.B. un - wie in unglaublich, oder unerhört.

Dieses Koan zu lösen, meint also nicht, die wahre, bessere Bedeutung von 無 zu finden. Das Koan zu lösen, heißt zu zeigen, warum 無 eine gute Antwort auf die Frage ist.

Der Stein

Was ist das? Wenn Du sagst, 'Das ist ein Stein', dann sage ich 'Das ist ein Begriff'. Und wenn Du sagst 'Das ist kein Stein', dann hast Du nichts verstanden. Also, was ist es?

Ist dies ein Koan? Wenn Du sagst 'Ja', dann sage ich, dass das Identische immer das Nicht-Identische unterdrückt. Wenn Du sagst 'Nein', dann hast Du Adorno nicht verstanden.

Wer bist Du?

Was immer Du wahrnimmst, bist nicht Du. Wer bist Du?

Was immer Du wahrnimmst, kann jemand beschreiben. Wie kannst Du Dich selbst beschreiben?