MĂ€nner sind mitgemeint

KĂŒrzlich gab es wiedereinmal ein PlĂ€doyer gegen eine gender-gerechte Sprache. Stein des Anstoßes war das generische Maskulinum, also die Aussagen, bei denen frau mitdenken muss, Frauen seien (halt) mitgemeint:

“Studien” – so der Artikel – die belegten, dass generische Maskulina auch maskuline Welten assoziieren ließen, “seien dĂŒrftig”. Und es sei die entsprechende These – man lese und staune – “[
] schon vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes aus kaum glaubwĂŒrdig”.

[Opps: Wer also die These von einer nicht immanent gender-neutralen Sprache vertritt, hat einen kranken Menschenverstand? Echt jetzt?]

Und warum das? Nun, “(es) widersprĂ€che jeder Erfahrung, dass SĂ€tze mit Personenbezeichnungen [
] ‘Bilder im Kopf’ erzeugen”. Damit ist das Verifikations-/Falsifikationsinstrument benannt: die eigene Reaktion im Kopf. Wenn es also heiße, ‘die Zuschauer klatschten’, dann denke frau eher an eine “bunte Menge”; wenn sie sage, sie mĂŒsse zum Arzt, dann erzeuge das “[
] alle möglichen Gedanken, aber wohl kaum die Vorstellung [eines mĂ€nnlichen] Doktors” etc. etc.

Wirklich interessant wĂ€re nun doch wohl – so wĂŒrde ich dem Autor ‘Marcus Lorenz’ antworten – die Gegenprobe. Was wĂŒrden wir assoziieren, wenn wir einen konsequent weiblich geschriebenen Text lĂ€sen, der nur das generischen Femininum und alle anderen weiblichen Formen verwendete. Geht nicht? Weil: Gibt’s nicht?

Doch! Und dabei meine ich gerade nicht den kĂŒrzlich verfassten Gesetzentwurf in weiblicher Form, der dann vom Kabinett doch in mĂ€nnlicher Version verabschiedet wurde, weil er als Gesetz in weiblicher Form nicht verfassungskonform wĂ€re. Nein: es gibt ein viel besseres Beispiel!

Der Science Fiction Roman ‘Die Maschinen’ von Ann Leckie wurde schon im englischen Original konsequent feminin geschrieben. Und Bernhard Kempen hat diese Haltung penibel und konsequent in die deutsche Sprache ĂŒbersetzt. Hier kann es also jede am eigenen Leibe erleben: es entsteht ein Abenteuer der Frauen. MĂ€nner sollen zwar mitgemeint sein, sie tauchen aber assoziativ nicht einmal auf.

Oopps. Und Frauen sollen sich umgekehrt sicher sein, dass sie, wenn sie mitgemeint sind, auch assoziativ prÀsent sind? Nicht wirklich, oder?

Ich ziehe 2 SchlĂŒsse:

  • Zum ersten kĂŒndige ich unser ‘Welt-Abo’. Ich will eine solch restaurative Haltung nicht lĂ€nger unterstĂŒtzen.

  • Und ich schreibe meine eigenen Posts nun nur noch in weiblicher Form.

Denn ich als Mann darf es anstandslos sagen: MĂ€nner sind mitgemeint.

Karsten Reincke: SPLITTER vom 2020-10-14 zum Thema , u.Ä. mit 0 Kommentaren

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